Markt Untergriesbach
- 2013 feiert der Markt Untergriesbach 750 Jahre Marktrechte -

Der geschichtsmächtige Ort liegt auf einem
langgezogenen
Höhenrücken 20km östlich von Passau im Unteren Bayerischen Wald, angrenzend
an Mühl- und Innviertel in Oberösterreich.
Geschichte und Bedeutung des bald 750 Jahre alten ehemaligen
fürstbischöflichen Marktes zeigen sich heute noch im Ortskern wie in einem
lebendigen Museum im dem denkmalgeschützten Bürger- und
Bauernhäuser-Ensemble. Das Wappen des Marktes Untergriesbach führt als Symbol
der alten Landesherrschaft den Wolf von Passau. Im Gegensatz zum Passauer Wappen
ist er heraldisch nach links gewendet. Dadurch unterscheidet sich das Wappen von
den sonst gleichen Hoheitszeichen der meisten vormals passauischen Orte.
Seit 1010 gehörte das Gebiet um Untergriesbach zum
sogenannten Abteiland des Klosters Niedernburg, über das ab 1217 die
Fürstbischöfe von Passau die weltliche Oberherrschaft ausübten. Die
geistliche Herrschaft gab das Land als Lehen an Adelsgeschlechter, die es
kolonisierten. In einer Urkunde des Jahres 1076 findet sich erstmals der Name
der Edlen von "Grießbach", die eine Burg über dem Steilufer des
Gressenbaches errichtet haben. Als sie 1223 ausstarben, fiel ihr bedeutender
Besitz an das Fürstentum Passau. Auf dem Höhenrücken nahe der Burg war im 12.
Jahrhundert ein stattlicher Ort gewachsen, "Griezbach am hohen Markt",
dem Otto von Lonsdorf im Jahre 1263 gleichzeitig mit "Griezbach in der
Zell" (heute Obernzell), dem Umschlaghafen an der Donau und Sitz des
bischöflichen Pflegegerichtes, das Marktrecht verbriefte.
Der 1490 errichtete Pranger, Symbol der niederen Gerichtsbarkeit, steht noch
heute nahe dem Rathaus.
1806 wurde das hiesige Gebiet dem Königreich Bayern, nach 3-jähriger Zugehörigkeit
zum Großherzogtum Toskana, angegliedert. 1878 brannte etwa ein Drittel der
Häuser im Markt Untergriesbach ab. Im zweiten Weltkrieg blieb der Ort von
jeglicher Zerstörung verschont - die Bewohner hatten sich der Muttergottes von
Fatima versprochen. Die Bürger begehen in Erfüllung dieses Gelübdes jeden
Monatsdreizehnten und jedes Jahres am 13. Mai den feierlichen Gelöbnistag.
1972 wurden die Nachbargemeinden Gottsdorf, Lämmersdorf, Schaibing und
Oberötzdorf mit Untergriesbach zu einer Großgemeinde zusammengeschlossen.
Über Jahrhunderte hatte der Abbau von feinster Porzellanerde und mächtigen Graphitvorkommen sowie die Herstellung und Vertrieb von hochwertigen Leinen große wirtschaftliche Bedeutung. Heute sorgen Holzverarbeitung, Landwirtschaft, Handwerk und Tourismus für wirtschaftliche Belebung.
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